Das Brautpaar 2017

von Carolin Kossin

Landshut, 6. März 2017

Heute wurde eines der wochenlang wohl am besten gehüteten Geheimnisse der
Stadt Landshut gelüftet: „Die Förderer“ e.V., Veranstalter eines der größten Historienfeste Europas, gaben
die Namen des Brautpaares für die diesjährige Aufführung der „Landshuter Hochzeit 1475“ bekannt.

Für Stephanie Müller, Darstellerin der Braut, und Felix Feigel, der den Bräutigam verkörpert, ist dies nicht nur
eine große Ehre, sondern auch Verpflichtung. Es beginnt für beide nun unmittelbar eine Phase der intensiven
Vorbereitung auf ihre Rollen, bis dann zum ersten Mal am 30. Juni „Himmel Landshut, Tausend Landshut“
durch die niederbayerische Hauptstadt schallt. „Die Vorstellung ist nicht nur für diese beiden jungen
Leute ein sehr aufregender Moment, auch der gesamte Vereinsvorstand und mit Sicherheit alle
7.500 Mitglieder unseres Vereins fiebern alle vier Jahre auf diesen Moment hin“,
so Dr. Ernst Pöschl, 1. Vorsitzender von „Die Förderer“ e.V.

Wie üblich pausierten nach dem Aufführungsjahr 2013 die Vorbereitungen für die „Landshuter Hochzeit
1475“ im Jahr 2017 nur für wenige Wochen. Ansonsten sind die zahllosen Ehrenamtlichen durchgängig
damit beschäftigt, die nächste Aufführung zu einem Erfolg werden zu lassen. Dies gilt etwa für den Fundus,
wo bestehende Kostüme repariert und neue geschneidert werden, genauso für die Fechter, die Reitergruppen,
die Gaukler oder Fahnenschwinger sowie die vielen Musikgruppen, die stetig an ihrem Können feilen,
nur um einige wenige Beispiele zu nennen.

Richtig ernst wird es Ende des Jahres vor der Aufführung: Alle, die gerne mitwirken möchten,
können sich für eines der rund 2.400 Kostüme bewerben, danach vor dem
Besetzungsausschuss präsentieren – und müssen dann abwarten, ob sie eine der begehrten Rollen erhalten.
Im Rahmen der persönlichen Vorstellungsrunden kristallisiert sich auch heraus, wem „Die Förderer“ gerne
die Rolle des Brautpaares anbieten möchten. Geborene Landshuter müssen sie sein, idealer Weise aus einer
„alten“ Landshuter Hochzeits-Familie stammen, da sie nicht nur das richtige Gefühl für dieses Ereignis
mitbringen sollen, sondern auch ganz viel Wissen. Tanzen und Reiten sollen sie in dieser kurzen Zeit noch lernen.

Und viel Zeit müssen sie investieren können. Während der Aufführung der Landshuter Hochzeit vom
30. Juni bis zum 23. Juli sowieso, aber auch vorher für die vielen Proben – teilweise bis zu fünf in der
Woche – zusammen mit den Mitwirkenden des Tanzspiels. Dazu kommen repräsentative Aufgaben. „Adel
verpflichtet“ möchte man bald sagen.

Brautpaar und alle Mitwirkenden, dazu zählen für „Die Förderer“ auch die vielen helfenden Hände
der Mitglieder im Hintergrund, genauso wie die Vertreter der städtischen Institutionen und Behörden
sowie die Polizei und die Hilfsorganisationen, eint ein Ziel: die Gäste aus aller Welt drei Wochen lang
die ganze fröhliche Vielfalt der Hochzeitsfeierlichkeiten erleben zu lassen.

Ganz in diesem Sinne symbolisiert das heute vorgestellte Brautpaar eine der tragenden Säulen der Landshuter
Hochzeit: Gemeinsamkeit. Mitwirkende und Gäste, Jung und Alt, Landshuter aller „Stände“, Sportgruppen
unterschiedlichster Art, Musiker aller denkbaren Stilrichtungen, verschiedene Landshuter Laientheater,
Vereine und Bünde – alle vereint die Freude an diesem einzigartigen historischen Spiel.

 

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